indisches Weihnachten

14.01.2020

Feiertage werden in Indien ganz besonders groß zelebriert! Die Hindus sind da mit ihren vielen verschiedenen Festivals ganz vorne dabei. Gefühlt feiern sie fast wöchentlich ein anderes Fest. Im Christentum, wie die meisten ja wissen, gibt es da nicht ganz so oft etwas zu feiern. Weihnachten ist da schon das Highlight.

Da wir zu Weihnachten die Zeit mit den Kindern in den Projekten verbringen, haben wir am Wochenende zuvor gemeinsam in der Flat eine kleine Weihnachtsfeier gestartet. Wir haben die verschiedenen Bereiche (Dekoration, Vor-, Haupt- und Nachspeiseen, Getränke,...) unter uns allen aufgeteilt und dann den gesamten Tag vorbereitet und gekocht. So gegen sieben Uhr haben wir dann bei weihnachtlicher Musik, einem Weihnachtsbaum mit Geschenken und köstlichen Gerichten den Abend gestartet. Da wir insgesamt 12 Volontäre waren, haben wir alles auf die Dachterrasse verlegt und einen großen Sitzkreis gebildet... tja, da kam sogar bei 27 Grad eine weihnachtliche Stimmung auf haha.

Weihnachten auf der Dachterrasse
Weihnachten auf der Dachterrasse
unser kleiner aber feiner Weihnachtsbaum
unser kleiner aber feiner Weihnachtsbaum

Wie es sich für eine Weihnachtsfeier gehört, haben wir uns unsere Bäuche so richtig vollgeschlagen: Gazpacho (spanische kalte Tomatensuppe) , Käsespätzle, Kartoffelpfannen, Pesto-Nudeln, Kichererbsensalat und als Nachspeise Oreo-Bällchen. Anschließend haben wir gemeinsam Weihnachtslieder gesungen und uns dann meinem persönlichen Lieblingsteil des Abends gewidmet: dem Auspacken der Geschenke. Einige Wochen zuvor haben wir schon beschlossen, dass es eine gute Idee wäre zu "wichteln". Die Weihnachtstradition "Wichteln" oder "Secret Santa" hat in meiner Familie schon eine lange Geschichte, weshalb ich sofort dafür war. Bei diesem Brauch zieht im Vorhinein jeder aus der Gruppe den Namen einer anderen Person und versucht dann für sie oder ihn das passendste Weihnachtsgeschenk zu finden oder zu gestalten. Da wir eine größere Gruppe sind, schien es für uns die perfekte Weihnachtslösung. So kann man sich richtig auf ein Geschenk konzentrieren, kommt nicht in den alljährigen Geschenkestress und auch wirklich jeder hat dann ein kleines und feines Päckchen vor sich.

Als es dann endlich ans Auspacken der Geschenke ging, hab ich bei jedem Öffnen und Raten so richtig mitgefiebert - selbst freu ich mich immer mindestens genau so sehr wie die beschenkte Person. Es waren echt coole Geschenke dabei und im Endeffekt war jeder total glücklich mit dem was er oder sie bekommen hat! Anschließend haben wir unsere Feierlichkeit in die Flat verschoben und den Abend gemütlich ausklingen lassen..

Am Sonntag ging es dann weiter mit der großen Weihnachtsfeier von Don Bosco, wo fast alle Projekte zusammengekommen sind. Da also ein riesen Programm angestanden ist und etwa 700 Leute zusammengekommen sind, haben wir Volos die Möglichkeit genützt um unsere schönen und neuen Saris zu tragen. Für mich persönlich war es erst das zweite Mal, dass ich die traditionelle indische Kleidung trug, weshalb sie auch alles andere als angenehm zu tragen war. So einen Sari zu binden verlangt übrigens einiges an Übung. Da diese Übung bis auf Tabea und Esther keiner hatte, wurde schon bald am Morgen mit dem Binden begonnen. Richtig schick im Sari mit Make-up, geflochtenen Haaren und Schmuck sind wir dann los zur Feier.
Dort angekommen war schon echt viel los. Wo man nur hinsah rannten Kinder herum und Spaß hatten. Als sie uns sahen, wollten sie natürlich sofort mit uns spielen.. im Sari ist das jedoch eine kleine Herausforderung. Auch wenn man mit Sicherheitsnadeln zuvor alles festgesteckt hat, hat man immer die Angst, dass diese 6 Meter Stoffbahnen aufgehen würden und man schlussendlich im Unterrock und Bluse dastehen würde. Richtig gut laufen kann man darin auch nicht und da ein Teil des Bauchs immer frei ist, fühlte ich mich zusätzlich nicht wirklich wohl... naja, was man nicht alles tut, um schön auszusehen haha :)

mein Weihnachtssari
mein Weihnachtssari

Den Kindern, Staff Members und Besuchern hat es auf jeden Fall gefallen uns Foreigners in ihren traditionellen Gewändern zu sehen.

Das Programm zog sich über einige Stunden, in denen zum Großteil getanzt wurde. Dazwischen gab es ein paar gesanglich Einlagen, Reden und am Nachmittag verschiedenste Games im Garten draußen.
Traditionell hat auch heuer wieder jedes Projekt mit seinen Kindern einen Tanz einstudiert. Auch wir Volontäre wurden dazu angehalten, unsere Tanzkünste zu präsentieren.. doch, mit den indischen Moves und Tänzen können wir einfach bei weitem nicht mithalten. Was ich aber richtig an Indien feiere ist, dass es nie darum geht, etwas perfekt zu performen. Vielmehr ist es wichtig, sich ins Zeug zu hauen und es zu machen. Diese Eigenschaft habe ich hier echt zu lieben gelernt und möchte ich auf jeden Fall mit nach Hause nehmen.
Als dann gegen Abend das Programm vorbei war, haben wir uns mit den Bussen auf den Weg zurück in die Flat gemacht. Ganz ehrlich war ich echt froh darüber! Die Zeit dort war zwar verdammt cool und ich hab sie mega genossen, doch ständig träumte ich nur von einer gemütlichen Jogginghose und einem weiten Shirt haha.

die selbstgebaute Krippe meiner Jungs
die selbstgebaute Krippe meiner Jungs

Weihnachten in meinem Projekt mit den Jungs verlief richtig ruhig. Fast so ruhig, als wäre es nur ein ganz normaler Tag. Am 24. am Abend sind wir um die selbe Zeit ins Bett gegangen und auch zu Mitternacht ist nichts passiert. Am nächsten Morgen hatten wir ein echt leckeres gesponsertes Frühstück und wir haben etwas ausgiebiger als sonst gebetet. Mehr passierte an diesen Tagen nicht, was mich aber auch nicht wirklich störte, da wir ja zuvor am Wochenende schon ausreichend gefeiert haben.

Indisches Weihnachten ist also gar nicht so unterschiedlich zu dem, was ich bislang so kannte. Dennoch war es sehr schön mitanzusehen wie die Inder es hier zelebrieren. Da Indien noch viel religiöser ist, als der Westen, sind die Feiertage auch eher dem Beten und der Religion gewidmet und nicht dem Beschenken. Wer sich fragt, wie die Dekoration in Indien dann aussieht, der braucht sich nichts großartiges vorstellen: einige Weihnachtsketten, Kunstschnee aus der Dose und große Krippen, die unter einer kleine selbstgebauten Hütte stehen... dazu dann noch 32 Grad :)

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